Pfarrer Ulrich Caspers sprach bei der Vernissage in der Lukaskirche von einer "kleinen aber feinen Ausstellung"... unter der Überschrift "Vom Licht entdeckt". Obwohl das Licht immer wieder auch in der Bibel vorkommt, sind es nicht ausgesprochen religiöse Arbeiten, dafür aber Werke, die durchaus spirituellen Charakter haben. Und es sind Exponate, die sich dem Betrachter nicht aufdrängen, sondern von ihm entdeckt werden wollen.
Dr. Brigitte Splettstößer hatte die Argentinierin bereits im Alten Rathaus gezeigt - sie ist also keine ganz Unbekannte in Kaarst. ... Die plastischen Arbeiten mit Titeln wie "Siegmunds Füße" basieren auf den Nibelungensagen, die die Künstlerin beeindruckt haben. Im Mittelpunkt der aktuellen Ausstellung, die noch bis zum 7.Juni zu sehen ist, steht aber eindeutig die Malerei. Ebenso wie bei den Skulpturen gelingt es Viviana Meretta, mit einfachen Mitteln ein hohes Maß an Expressivität zu erzielen. Ihre Figuren scheinen aus dem Dunkel, aus dem Unterbewusstsein herauszutreten. Sie leben durch ihre Bewegung, Details sind nicht wichtig. Ulrich Caspers wies darauf hin, dass der Betrachter auf eine "Symphonie von Farben" verzichten müsse. Tatsächlich stünden Schwarz und Grau in allen möglichen Abstufungen im Mittelpunkt, ergänzt durch ganz kleine Flächen in Pastelltönen, die aber eine absolut untergeordnete Rolle spielen.
Zeichnerische Elemente nehmen breiten Raum ein, die Arbeiten sind geprägt von Hell-Dunkel-Kontrasten. Das Dunkle überwiegt zwar, trotzdem wirken die Bilder alles andere als trostlos: Die schemenhaften Gestalten scheinen in einen Lichtkegel hineinzutreten. Oder strahlen sie gar selbst Helligkeit aus? ... (barni)
Neuß:Grevenbroicher Zeitung. Donnerstag 18.Mai 2006
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